Völlig «verrückt» nach Königs-Lilien

Völlig «verrückt» nach Königs-Lilien

Der betäubend starke Duft der Königs-Lilie führte zu einem fast ruinösen Kaufvertrag und kostete einen Pflanzenjäger beinahe das Leben. Aber lesen Sie selbst.
Bei der bis zu 180 cm hohen Königs-Lilie (Lilium regale) gibt es kein Mittelmass: Entweder wendet man sich ab, oder man verfällt ihrer Noblesse für immer. Grund ist der fast betäubend starke Duft der grossen weissen Trichterblüten mit dem zitronengelben Schlund und der purpurfarbenen Aussenseite entlang des Mittelnervs.
Nun, der britische Schriftsteller Beverley Nichols war absolut hingerissen. Denn er war von ihrem Anblick so verzaubert, dass er das baufällige Landhaus erwarb, vor dem sie standen. Seine Worte: «Ihre Schönheit war einfach berauschend. In dem Augenblick, da ich sie gesehen hatte, unterschrieb ich in Gedanken den Kaufvertrag für das Haus. Die Grösse des Gebäudes, die Reparaturkosten, von den Unterhaltskosten ganz zu schweigen - all diese lästigen Einzelheiten schienen bedeutungslos. Ich musste diese Lilien besitzen.»
Ihren britischen Entdecker Ernest Henry Wilson hätten die Königs-Lilien sogar fast das Leben gekostet. Der erfolgreichste der vielen Pflanzenjäger stiess im Sommer 1910 in einer unzulänglichen Bergregion Westchinas auf ihren Wildstandort und liess dort von seinen Expeditionsmitgliedern über 6000 Zwiebeln ausgraben. Dabei wurde er durch einen Steinschlag schwer verletzt. Mit zerschmettertem Bein blieb er am Abgrund liegen und liess zuerst die botanische Sammlung in Sicherheit bringen, bevor er sich selber retten liess.
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