Das geheimnisvolle Nachtleben des Türkenbunds

Das geheimnisvolle Nachtleben des Türkenbunds

Wieso duftet der Türkenbund nur nachts? Und wie wird eine Lilie bestäubt, deren Blüten nach unten hängen? Die spannenden Antworten auf diese Fragen finden sie hier.
Neben der Feuer-Lilie gehört der Türkenbund (lat. Lilium martagon) zu den bekanntesten heimischen Lilienarten. Er ist eine der schönsten Pflanzen unserer heimischen Wälder und ist wegen seiner Robustheit und Mehrjährigkeit (kann über 50 Jahre alt werden) eine beliebte Gartenpflanze.
Spannend ist seine Bestäubung. Denn da die Blüten nach unten hängen und keine Sitzfläche bieten, können sie nur von Insekten mit langem Rüssel und der Möglichkeit, im «Flug zu stehen», bestäubt werden. Das sind z. B. Schwärmer (Schmetterlings-Familie), die im Schwirrflug von Blüte zu Blüte fliegen und mit einem Saugrüssel den Nektar von den Blüten saugen.
Diese sind allerdings nur in der Dämmerung und nachts aktiv. Deshalb verströmt der Türkenbund tagsüber keinerlei Lockduft und ist für bestäubende Insekten praktisch «unsichtbar».
Erst dann, wenn die anderen Blumen in der Abenddämmerung ihre Kelche schliessen, erwacht der Türkenbund aus seinen Tagträumen und lockt mit seinem schweren, süsslich duftenden Parfüm die langrüsseligen Schmetterlinge an.
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