Fleurop-Geschichte

Was geschah wohl, wenn man vor 100 Jahren jemandem in Berlin oder New York Blumen schenken wollte? Es war kompliziert ... bis findige Floristen die Blumenvermittlung Fleurop «erfanden». Heute ist Blumenschenken einfach und blitzschnell, und zwar weltweit.
Zwei gute Gründe, weshalb man Blumen «Flügel» verlieh
Wieso suchte man überhaupt nach einem Weg, Blumen in andere Städte oder gar Länder zu schicken?

Ganz einfach, weil es immer mehr Menschen gab, deren Freunde oder Verwandte nicht so nahe wohnten, dass sie ihnen die Blumen persönlich hätten überbringen können.
Zwar konnte man sie in einen Karton packen und per Post schicken. Aber da Blumen vor allem längere Reisen nicht unbedingt gut überstanden, begann man darüber nachzudenken, dem Floristen am Lieferort nur den Auftrag zu übermitteln.

Zum Glück entwickelten sich damals Telegrafie und Telefonie.
1908 gründet ein Berliner die erste Blumenvermittlung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen findige Köpfe aus der Blumenbranche, ihre Berufskollegen für die Idee einer Blumenvermittlung zu gewinnen.

Vater des Gedankens war der Berliner Max Hübner, der in Deutschland schon 1908 die «Deutsche Blumenspenden-Vermittlung» gründete. Er stiess bei seinen Kollegen auf offene Ohren, denn noch im gleichen Jahr traten 98 Geschäfte dem System bei.
1910 gründen US-Amerikaner die FTD
Kurz darauf wurden auch die US-Amerikaner auf die Idee aufmerksam. 1910 gründeten sie eine Blumenvermittlung, die sich «Florists' Telegraph Delivery» (kurz FTD) nannte.

1925 weitete FTD ihre Dienstleistungen aus und bot unter dem Namen «Florists' Transworld Delivery» auch internationale Transaktionen an.
1914 wird ein heute weltbekanntes Firmenlogo aus der Taufe gehoben
Einige Jahre nach ihrer Gründung übernahm die US-amerikanische FTD die klassische Figur des römischen Merkur, verwandelte diese in einen Blumen bringenden Götterboten und machte daraus das offizielle Firmenlogo.

Dieses wird heute – wenn auch etwas modernisiert - weltweit verwendet und dürfte inzwischen eines der bestbekannten sein.
1920 tritt der britische Löwe der FTD bei und legt später den Grundstein für die Interflora
In Grossbritannien übernahm man den Gedanken der Blumenbestellungen via Telegraph in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Damals baten ein innovatives Blumengeschäft in Glasgow und eine Baumschule in Essex die US-amerikanische FTD, sie als ausländische Mitglieder aufzunehmen.

Dieser Bitte wurde stattgegeben, und 1923 gab es in der FTD bereits 17 britische Partnergeschäfte. Dies schien für die FTD genug, um unter ihrer Schirmherrschaft eine britische Einheit, die «British Unit», zu gründen. Deren Name wurde 1953 auf «Interflora British Group» geändert.
1927 ist die Schweiz Mitbegründerin der europäischen Fleurop-Interflora (Verein)
Inzwischen befand sich jener Max Hübner, der 1908 in Berlin die erste Blumenvermittlung gegründet hatte, in Zürich.

Er hatte sich in die Schweizerin Klara Krämer verliebt, heiratete diese und führte mit ihr das heute noch existierende Blumengeschäft Krämer. Er bemühte sich auch in der Schweiz intensiv um die Erweiterung der Blumenvermittlung.
Dank ihm wurde schliesslich 1927 unter Mitwirkung von 3064 Blumenfachgeschäften aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien im Zürcher Kursaal die international operierende Fleurop (von: flores Europae = Europas Blumen) gegründet.

Max Hübner wurde einstimmig zum ersten Präsidenten der europäischen Fleurop gewählt; und der erste Hauptsitz befand sich in Zürich.
1946 wird die weltweit tätige Interflora Inc. gegründet
Um dem Geschäft nach dem Zweiten Weltkrieg Auftrieb zu geben, gründete man 1946 in Kopenhagen die weltweite Interflora Inc.

Sie war ein Zusammenschluss der Fleurop (für Kontinental-Europa), der Interflora British Group (für Grossbitannien, Australien, Neuseeland und Südafrika) und der FTD (für Nord- und Südamerika sowie Japan).
Zur Vereinfachung der internen Verrechnung führte man damals die künstliche Währung «Fleurin» ein, der auf dem Schweizer Franken basierte und im November 2003 dem Euro angeglichen wurde.

Zudem wurde an der Gründungsversammlung in Kopenhagen das Merkur-Symbol als Logo übernommen. Dieses wird seither – wenn grafisch auch etwas modifiziert - weltweit eingesetzt. Apropos Interflora Inc.: Ihr Sitz befindet sich in Southfield (Michigan, USA).
1990 wird die schweizerische Fleurop zur Fleurop-Interflora (Schweiz) AG
1990 reorganisierte sich die Schweizer Landesgesellschaft und änderte ihre Rechtsform vom Verein zur Aktiengesellschaft.
1996 eröffnet Fleurop Schweiz als erste Schweizer Blumenvermittlung einen Online-Shop
In den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts waren Webshops selten, weil man nicht wusste, wie sich diese entwickeln würden. Deshalb zögerten viele Firmen. Manchmal mit schlimmen Konsequenzen.

Denn in den USA beispielsweise provozierten traditionelle Blumenvermittlungen mit ihrer Skepsis gegenüber dem E-Commerce aggressivere Konkurrenten zum Einstieg in diesen Markt. Diese profitierten von der Wachstumsdynamik in diesem Verktriebskanal und übernahmen schliesslich die Marktführerschaft im US-Blumenvermittlungsgeschäft.
Das wollte die Schweizer Fleurop verhindern. 1996 bot sie deshalb als erste und einzige Schweizer Blumenvermittlung einen Online-Shop an. Einfach war dies nicht. Denn im Vorfeld galt es, interne Hürden zu überwinden:

In einem ersten Schritt mussten die Fleurop-Partnergeschäfte in der Schweiz für diese neue Vertriebsschiene gewonnen, in einem zweiten mit Computern und Software ausgestattet werden. Heute ist der Webshop für Fleurop der Verkaufskanal mit der grössten Zuwachsrate. Zurzeit werden fast neun von zehn Fleurop-Aufträgen via Internet aufgegeben.
2011 eröffnet Fleurop in Uster ihren weltweit ersten Flagshipstore
Dieser bietet sämtliche Fleurop-Dienstleistungen an und führt alle Zusatzartikel. Zudem hat er die Aufgabe, als «Laborbetrieb» Produkte und Dienstleistungen rund um Fleurop und den Blumenfachhandel zu testen, sie allenfalls zu verbessern und Antworten auf wichtige Fragen zu erhalten.

Die gewonnenen Erkenntnisse macht Fleurop ihren Partnergeschäften zugänglich. Mittlerweile befindet sich der Flagshipstore unter dem Namen «The BLOOMERY» im Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen.
2014 gründet Fleurop einen Kundenclub und kreiert eine Webseite für Firmenkunden
Fleurops Kundenclub MyFleurop schliesst die Fleurop-Partner mit ein: Ob also Kunden via Internet oder Telefon bei Fleurop direkt bestellen oder beim Fleurop-Partner, stets profitieren sie von den Kundenclub-Vorteilen und sammeln bei jeder Bestellung Punkte.

Zudem haben Firmenkunden jetzt einen speziellen Webshop mit zahlreichen Vorteilen, wie individuelle Beratung, von Firmenrabatten profitieren und massgeschneiderte Abrechnungen erhalten.
2015 Erste «Likes» für Fleurop auf «Social Media»
Damit User Fleurop auch auf den angesagten Kommunikationskanälen folgen können, um so die neusten Trends und aufregendsten Deko-Tipps zu erfahren, erfolgt der Startschuss zum Projekt «Social Media». Inzwischen zählen Facebook, Instagram und Twitter zu den alltäglichen Kommunikationskanälen.

Im gleichen Jahr wird der Fleurop-Spot «Hochzeitstag» durch das Publisuisse-Voting zum besten Schweizer TV-Spot aller Zeiten gekürt.
2016 spannen Fleurop Schweiz und Fleurop Österreich zusammen
Fleurop Schweiz und Fleurop Österreich spannen zusammen und gründen die Fleurop-Interflora Austria GmbH mit Sitz in Wien.

Grund: Der Schweizer Markt ist saturiert, in Österreich sieht man grosses Wachstumspotential. Da die Schweiz ständig viel Arbeit und Kapital in neuste Technologie und griffige Marketingsmassnahmen investiert, sieht man in einem gemeinsamen Vorgehen eine Win-win-Situation.
2017 Modernisierung des Logos
Die international bekannte Blumenvermittlungsorganisation hat ihr Logo modernisiert.

Der Wechsel erfolgt im Rahmen eines Entscheides der internationalen Interflora-Fleurop Gruppe, den weltweiten Auftritt der Ländergesellschaften zu vereinheitlichen und damit der Marke global einen stärkeren Ausdruck zu verleihen.
2018 Fleurop schafft einen Brand für Männer und einen separaten Webauftritt für Junge
Der eigenständige Brand «Männerpflanze» erblickt das Licht der Welt. Mit seinen pflegeleichten Pflanzen, der attraktiven Aufmachung und «der Idee dahinter» revolutioniert er den Geschenkmarkt für Männer. Mittlerweile haben die «grünen Kerle» die Schweiz quasi im Sturm erobert.

Mit Fleurop Young hingegen erhalten junge Konsumenten einen separaten Webauftritt mit angepasster Produktauswahl auf Fleurop.ch. Da viele Mitarbeitende von Fleurop zu dieser Zielgruppe gehören, werden sie in Entscheidungsprozesse eingebunden und designen teils auch Produkte.
2019 Fleurop lanciert mit Fleurop-Home einen Webshop für Eigenbedarf
Während Fleurop.ch sich für den Geschenkemarkt positioniert, wendet sich Fleurop-Home an Konsumenten, die Blumen, Pflanzen, Deko-Artikel, Accessoires oder Genussmittel wie Wein, Prosecco, Süssigkeiten und vieles mehr für sich selbst ordern möchten.

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