Christrosen

Die ab Advent erhältlichen Christrosen sind ergreifend schön. Sie verschönern den Aussenbereich trotz Frost und Schnee und blühen den ganzen Winter.
Die vielen Namen der Christrose und ihre Bedeutung
Schneerose, Schwarze Nieswurz, Weihnachtsblume, Christblume, Weihnachts- oder Winterrose: Die Christrose hat viele Namen. Diese verraten, wie stark diese Blume in unserem Brauchtum verwurzelt ist und lässt die «Geschichten dahinter» erahnen.

So beziehen sich Bezeichnungen mit Schnee und Winter natürlich auf ihre winterliche Blütezeit, während sich Namen, die mit Christus oder Weihnachten zu tun haben, auf die Tradition beziehen, die Pflanzen so zu kultivieren, dass sich die Blüten an Weihnachten öffnen.
Aber sie heisst ja auch Schwarze Nieswurz. Dieser Name weist auf die einstige Verwendung als Niespulver sowie das schwarze Rhizom der Pflanze hin. Apropos Niespulver: Schuld an der «Nieserei» ist das in den Christrosen enthaltene Protoanemonin, welches die Schleimhäute reizt. Früher machte man sich dieses Phänomen zunutze, um böse Geister und Krankheiten «auszuniesen». Aber aufgrund der Giftigkeit der Christrosen war diese Behandlung nicht ganz ungefährlich.

Das erklärt auch den Gattungsnamen «Helleborus». Dessen Etymologie ist zwar nicht restlos geklärt. Aber man vermutet, dass sich dieser aus «helein» für töten und «bora» für Speise zusammensetzen könnte.
Christrose: Mit Kälteschutz ausgestattet
Die Christrose ist eine Pflanzenart der Gattung Nieswurz und gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae). Auf unserem Kontinent wächst sie im südlichen Mitteleuropa sowie in den südlichen und östlichen Kalkalpen. Sie kommt bis in Höhenlagen von 1900 Metern vor und ist in der Schweiz nur an wenigen Standorten zu finden.
Ihren Ursprung hat die Christrose in Südostasien. Es ist anzunehmen, dass verschiedene Nieswurz-Arten nach der letzten Eiszeit nach Europa gelangten. Vermutlich breiteten sich die Ahnen der heutigen Christrose während der erdgeschichtlichen Entwicklung entlang des Urmittelmeeres von Südostasien nach Westen aus. Deshalb entwickelten sie aufgrund des ständigen Wechsels zwischen warmen und kalten Abschnitten die Fähigkeit, die Wachstums- und Blütezeit aufzuschieben und sogar zu unterbrechen.
Aber es gibt noch ein weiteres Überbleibsel aus jener Zeit. Die Pflanzen schützen sich nämlich mit einem besonderen Mechanismus vor Schäden durch Kälte: Sie können Wasser aus den Zellen in die Zwischenräume verlagern, um zu verhindern, dass das gefrierende Wasser die Zellen zum Platzen bringt. So hängen die Blütenköpfe und Blätter bei Frost wie welk nach unten, erholen sich aber, sobald die Temperaturen wieder steigen.
Was Christrosen und Kröten gemeinsam haben
Was haben Christrosen und viele Krötenarten gemeinsam? Gift. Christrosen enthalten hautreizende Wirkstoffe, und auch gewisse Krötenarten produzieren giftige Sekrete. Im Mittelalter glaubte man deshalb, dass Kröten ihr Kontaktgift von der Christrose beziehen. Ob wohl das der Grund war, weshalb der französische Botaniker Antoine Laurent de Jussieu im 18. Jahrhundert die botanische Familie der Ranunculaceae aufstellte? Zu ihr gehört auch die Christrose. Und in der Bezeichnung Ranunculaceae steckt das Wort «rana» für Frosch oder «ranunculus» für Fröschlein.

Wer weiss. Fest steht jedenfalls, dass moderne Analysemethoden zu einem verblüffenden Ergebnis führten: Die Reizstoffe der Christrose und jene der Kröten weisen nämlich eine vergleichbare chemische Struktur auf. So scheint der kuriose Volksglaube also über Jahrhunderte hinweg doch ein Körnchen Wahrheit gehabt zu haben.
Trotzdem: Obwohl die Christrose wie viele Hahnenfussgewächse giftig ist und der Pflanzensaft Hautreizungen verursachen kann, sind Vergiftungsfälle – auch bei Kindern oder Haustieren - äusserst selten bis unbekannt.

Pflegetipps für Christrosen finden Sie HIER.

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