Tag der Frau, 8. März



Am Sonntag, 8. März, findet der Frauentag statt.
Lesen Sie hier, wie es zu diesem Tag kam, was Frauen Grossartiges geleistet haben und immer noch leisten und was sich im Hinblick auf die Gleichstellung bereits getan hat.
Viel Spass beim Lesen.

Frauentag: In den USA geboren, in Europa aus der Taufe gehoben


Die Einführung eines Internationalen Frauentags wurde 1910 auf der 2. Internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen von der Deutschen Clara Zetkin vorgeschlagen.
Dies, um den Forderungen der Frauen in der Öffentlichkeit mehr Nachdruck zu verleihen.
Schon 1911 feierte man ihn erstmals in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz.


Er war aber nicht der erste Gedenktag dieser Art. Denn seit 1909 gab es in den USA als Folge zahlreicher Streiks von Textilarbeiterinnen, die gegen schlechte Lebens- und ungerechte Arbeitsbedingungen protestiert hatten, einen «National Woman’s Day». Dieser fand jeweils am letzten Februar-Sonntag statt und hatte das Frauenstimmrecht zum Thema.

Doch zurück zum von Clara Zetkin initiierten Internationalen Frauentag. In Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweden und der Schweiz fand dieser anfänglich am 19. März statt, während die USA an ihrem Februar-Datum festhielten. 1921 wurde beschlossen, ihn einheitlich am 8. März zu feiern.


Ein Hoch auf facettenreiche Frauen ...


Eines ist sicher: Frauen leisten längst Herausragendes.

Deshalb gibt es mittlerweile viele weltberühmte Frauen. Einige von ihnen sind allerdings unbekannt, obwohl sie wichtige Erfindungen gemacht haben. Das hat damit zu tun, dass sie diese nicht unter ihrem Namen patentieren konnten. Denn bis ins 19. Jahrhundert war alles, was die Frau besass, Eigentum des Mannes.
Deshalb haben Frauen ihre Erfindungen häufig verkauft oder unter dem Namen ihres Mannes patentieren lassen. Erfinderinnen unter den Frauen sind aber häufiger als man denkt.


Denn der Vorläufer unseres Schnellkochtopfs, die Herstellung von Camembert, die Champagner-Lagerung, der Kaffee-Filter, die Wegwerfwindel, der Geschirrspüler, die Korrekturflüssigkeit TippEx, der Paulus-Fallschirm, die Scheibenwischeranlage der Autos sowie ein Gerät zur abhör- und störungssicheren Funkfernsteuerung von Torpedos beispielsweise gehen auf den Erfindergeist von Frauen zurück.

Es gibt auch Frauen unter den Nobel-Preisträgern.
Denn nach Marie Curie, die 1903 als erste Frau einen Nobelpreis in Physik erhielt, gibt es noch 53 weitere Preisträgerinnen und zwar in den Kategorien: Chemie, Frieden, Literatur, Medizin und Physiologie, Physik und Wirtschaftswissenschaft.


Gleichstellung: Allmählich mehr als nur Absichtserklärung


Wer den Sinn des Internationalen Tages der Frau anzweifelt, hat offenbar nicht miterlebt, wie schwierig sich mitunter das Leben von Frauen in der Schweiz gestaltete.

Lange Zeit mussten Mädchen froh sein, wenn sie eine höhere Schule besuchen durften. Und mit der Berufswahl war das ebenfalls so eine Sache.
Oder wussten Sie, dass Frauen in der Schweiz noch zu Beginn der 1960er-Jahre keine Postlehre absolvieren konnten? Oder dass Lehrerinnen im Kanton Zürich bis 1962 nicht heiraten durften? Bis 1988 war zudem nach Schweizer Eherecht der Ehemann das Familienoberhaupt, was ihm das Recht gab, das Vermögen allein zu verwalten und seiner Frau eine Arbeit ausser Haus zu verbieten.
Nicht zuletzt durften Frauen in der Schweiz lange Zeit nicht abstimmen. Und noch 1990 gab es einen Kanton, der Frauen das Stimmrecht auf kantonaler Ebene erst auf Geheiss des Bundesgerichts gewährte.


Heute ist das zum Glück anders. Denn Frauen sind praktisch überall anzutreffen.
In der Schweiz ist mittlerweile sogar der Frauenanteil in den Unternehmensleitungen erstaunlich gross. Und auch an Abstimmungen nehmen Frauen ganz selbstverständlich teil.

Das ist ein Grund, sich mit Frauen über Erreichtes zu freuen und Freundinnen, Ehefrauen und Kolleginnen als Zeichen der Wertschätzung und Solidarität mit Blumen zu überraschen.


Männer und Frauen: Ein Zusammenleben auf Augenhöhe


Stimm- und Wahlrecht für Frauen, frauenfreundlicheres Eherecht, Gleichstellungsgesetz und Mutterschaftsentschädigung:

Seit den 1970ern hat sich in der Schweiz vieles getan. Natürlich sind für Frauen in der Schweiz noch keine rosigen Zeiten angebrochen. Denn noch immer verdienen sie laut Bundesamt für Statistik wesentlich weniger als Männer. Deshalb geht es jetzt darum, für die Gleichstellung weiterzukämpfen. Allerdings nicht isoliert als Frauen, sondern zusammen mit den Männern.


Noch heute werden Männer und Frauen durch die ihnen zugeschriebenen Rollenbilder eingeschränkt, was aus ökonomischer, sozialer und politischer Sicht nachteilig für unsere Gemeinschaft ist.
Es gilt also, nachzudenken. Nicht nur über die Gleichstellung von Mann und Frau, sondern auch über das Rollenspiel.

So z. B. über die Funktion der Männer, die im Laufe der Zeit über sich hinausgewachsen sind und sich immer häufiger ebenso sensibel und verantwortungsbewusst wie Frauen auch im Haushalt und in der Kinderbetreuung engagieren. Oder über die Rolle der Frau, die beim Versuch, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, vielfach bei weniger gut bezahlten Tätigkeiten oder Teilzeitjobs landet.
Hier sind wir alle gefragt, um Lösungen zu finden. Und plötzlich bekommt der Frauentag vielleicht einen anderen Sinn. Denn es geht im Grund genommen nicht nur um Frauen, sondern um ein Zusammenleben auf Augenhöhe und Menschen, die das Leben als Teamplayer immer wieder neu definieren.



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