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Beruf
Kreative Berufe waren schon immer beliebt. So auch der Beruf
des Floristen bzw. der Floristin. Interessiert? Nachstehend einige
Informationen:
Mehr als nur Blumen verkaufen
Selbstverständlich gehört das Verkaufen von Sträussen, Arrangements
und vielen anderen Werkstücken mit zum Beruf der Floristin bzw.
des Floristen. Aber ebenso wichtig sind der Einkauf von Blumen,
Pflanzen und Accessoires, das Bereitstellen des Materials, die
Laden- und Schaufenstergestaltung sowie die administrativen und
kaufmännischen Arbeiten. Am spannendsten ist allerdings für die
meisten Floristinnen und Floristen das kreative Erarbeiten von
Sträussen, Arrangements, Dekorationen und vielem anderen mehr.
Wenn man ständig am Puls der Zeit bleiben will, muss man andern
immer eine Nasenlänge voraus sein und deshalb wissen, was „trendy“
ist: Wie beispielsweise die Tendenzen der Modeschöpfer und Innenarchitektinnen
aussehen, was „in“ ist und was die Kundinnen und Kunden wirklich
mögen. Deshalb muss man sich ständig weiterbilden und weiter entwickeln.
In der Schweiz gehört der Floristenberuf zu den kreativsten Berufen,
und das Niveau der Aus- und Weiterbildung zählt zu den höchsten
der Welt.
Gesucht sind vielseitig Begabte
Liebe zur Natur ist die Hauptsache, wenn man Floristin bzw. Florist
werden will. Allerdings muss diese mit echtem Interesse gekoppelt
sein; denn die Botanik beispielsweise ist während, aber auch nach
der Lehre von grosser Wichtigkeit. Und sonst?
Handwerkliches Geschick und ein Auge für Farben und Formen sind
das A und O dieses Berufs. Aber auch rechnerisches Können und
sprachliche Fähigkeiten sowie gute Umgangsformen, Kontaktfreudigkeit
und Verantwortungsbewusstsein sind wichtig. Kurzum: Floristin
bzw. Florist ist ein Beruf für Menschen, die nicht nur handwerklich
geschickt und kreativ, sondern vor allem auch wissbegierig sind,
einen gesunden Hang zum „Geschäften“ haben und immer am Puls der
Zeit sein wollen.
Die herkömmliche Lehre
Die Lehre für Floristinnen und Floristen dauert drei Jahre, die
Zusatzlehre für jene, die bereits eine abgeschlossene Berufslehre
hinter sich haben, zwei Jahre. Die praktische Ausbildung erfolgt
im Lehrbetrieb, während die theoretischen Kenntnisse in der Berufsschule
erworben werden. Nach erfolgreich bestandener Lehrabschlussprüfung
erhält man das eidgenössische Fähigkeitszeugnis.
Übrigens: Die Floristenlehre kann man auch mit einer Berufsmatur
verbinden.
Lehrabschluss auf dem 2. Bildungsweg
Dieser Ausbildungsweg erfordert eine praktische Tätigkeit in
einem Blumenfachgeschäft von mindestens 4 ½ -5 Jahren. Um sich
die berufskundlichen und allgemeinbildenden Kenntnisse anzueignen,
besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Fächer an der Berufsschule
zu belegen oder sich diese im Selbststudium anzueignen.
Die Zulassung zur ordentlichen Abschlussprüfung kann beim kant.
Lehrlingsamt beantragt werden.
Floristinnen-/Floristen-Ausbildung in Oeschberg oder Lullier
Die Ausbildung an der Gartenbauschule Oeschberg oder im Centre
Lullier setzt sich aus Schulsemestern in Theorie und Praxis sowie
diversen Praktika in Blumenfachgeschäften zusammen. Der Unterricht
in Oeschberg erfolgt in deutscher Sprache, in Lullier auf Französisch.
An beiden Orten bietet der erweiterte theoretische Schulstoff
eine vertiefte Ausbildung in Betriebswirtschaft und Allgemeinbildung.
In Lullier besteht zudem die Möglichkeit, gleichzeitig die Berufsmatur
abzulegen.
Eine Karriere will geplant sein!
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Deshalb muss man
sich auch als Floristin und Florist ständig weiterbilden. Die
erste Sprosse auf der Karrierenleiter stellt die Berufsprüfung
dar, die zweite die Meisterprüfung.
Nicht zuletzt sei erwähnt, dass Floristinnen und Floristen ständig
die Möglichkeit haben, sich weiter zu entwickeln. Denn die vielen
Kursanbieter sorgen dafür, dass die Lust am Lernen nie abhanden
kommt. Ausserdem sind auch Wettkämpfe (z.B. Swissflor, Europa-
und Weltcup) ein gutes Instrument, sich beruflich „fit“ zu halten!
Weitere Informationen?
Für weitere Fragen zur Aus- und Weiterbildung wenden Sie sich
bitte an:
-
Schweizerischer Floristenverband SFV, Allmendstr.
13, Postfach, 8102 Oberengstringen, Tel. ++ 41 (0) 44 751 81
81, Fax +41 (0) 44 751 81 71, E-Mail: sfv@florist.ch.
Mehr Infos zum Thema auf www.florist.ch
.
Wie entstand der Beruf des Floristen bzw. der Floristin?
Der Beruf des Floristen bzw. der Floristin entwickelte sich aus
der Kunst des Blumenbindens. Diese wurde vorwiegend von Gärtnern
ausgeübt, weil diese bis gegen Ende des 19. Jh. den Handel mit Blumen
und Pflanzen betrieben. Erst als die Städte sich ausdehnten und
die Produktionsbetriebe an die Stadtränder drängten, entstanden
spezielle Blumengeschäfte. Zu Anfang waren es häufig Verkaufsfilialen
der Gärtnereien vor den Toren der Stadt. Später entstanden selbständige
Einzelhandelsgeschäfte, deren Ansehen und Leistungsfähigkeit mit
den Ansprüchen der Gesellschaft wuchsen. – Zu den ältesten reinen
Blumengeschäften der Schweiz zählen unter anderen Mäglin in Basel
(1856), Eschbach-Kopprio in Basel (1876) und Krämer in Zürich (1897).
Anfänglich waren die Arbeitszeiten fast endlos und die Entlöhnung
karg. Um die Berufsinteressen besser zu vertreten, gründete man
1920 den Verband Schweizerischer Blumengeschäftsinhaber (heute:
Schweizerischer Floristenverband).
Dieser war es, der sich für die Aus- und Weiterbildung der Berufsleute
engagierte, 1923 die Grundausbildung reglementierte und 1937 dafür
sorgte, dass das Floristengewerbe in der Schweiz als selbständiger
Beruf anerkannt wurde. Ab da wurde die Weiterbildung an die Hand
genommen. Und heute hat ein Florist bzw. eine Floristin die Möglichkeit,
bis zum Meisterfloristen bzw. zur Meisterfloristin zu avancieren.
Zudem kann die Floristenlehre mit einer Berufsmatura verbunden werden.
Warum entstanden die ersten Europa- und Weltcups unter den Floristen?
Dank ihrer hervorragenden Ausbildung genossen Schweizer Floristinnen
und Floristen schon früh einen ausgezeichneten Ruf. Und dies, obwohl
es auch in anderen Ländern zunehmend talentierte Berufsleute gab.
Natürlich wollte man sein Können messen ... und so entstanden ab
den Sechzigerjahren internationale Wettkämpfe wie Europa- und Weltcup.
An diesen taten sich die Schweizer Floristinnen und Floristen hervor,
indem sie – vor allem in der Anfangszeit – den ersten Rang belegten.
Aber auch heute sind sie oft unter den Besten zu finden, was nicht
selbstverständlich ist, wenn man bedenkt, wie sehr sich die Floristenausbildung
auch in Ländern wie Deutschland, Holland, Belgien, Skandinavien
usw. entwickelt hat.
Wer gewann den ersten Europa- bzw. den ersten Weltcup unter den
Floristen?
Der erste Europacup wurde 1967 in Stuttgart vom Schweizer Meisterfloristen
Ueli Syfrig gewonnen. 19 Länder nahmen daran teil ... und das
Aufsehen war so gross, dass der Wettkampf sogar als eine der ersten
Farbübertragungen im Deutschen Fernsehen zu sehen war. Auch nachher
schlug Ueli Syfrigs Sieg hohe Wellen. Denn bei einer anschliessenden
Reise nach den USA wurde Syfrig von Fernseh-Studios wiederholt
gebeten, sein Können vor laufender Kamera zu zeigen.
Der erste, von Fleurop-Interflora ins Leben gerufene Weltcup fand
1968 in Göteborg statt. Leider nahmen daran nur europäische Spitzenfloristen
teil, sodass daraus eine Art zweiter Europacup entstand. Dennoch:
Ein Schweizer gewann auch hier: Der Berner Alfred Ackermann durfte
den ersten Welt-Pokal mit nach Hause nehmen.
Am zweiten Weltcup von 1972 in Amsterdam zeigten sich dann auch
Spitzenfloristen aus Übersee. Und siehe da: Auch hier schwang
eine Schweizerin obenauf. Es war die Bielerin Therese Gruber,
die zwei Jahre zuvor bereits Schweizermeisterin geworden war.
„Bravo, Therese“, titelte die Boulevard-Zeitung „Blick“!
Damals erhielt die junge Schweizerin u. a. eine Einladung des
japanischen Kaisers. Dieser lud sie nach Osaka ein. Zu ihrem Leidwesen
musste Therese Gruber darauf verzichten. Sie war damals nicht
nur Geschäftsinhaberin, sondern auch verheiratet und Mutter von
zwei Kindern. Das hatte für sie Priorität!
Wer war der erste „Schweizermeister“ unter den Floristen?
Und was hatten Mäuse an der ersten Swissflor zu schaffen?
Um zu ermitteln, wer die Schweiz künftig am Europa- und Weltcup
vertreten durfte, wurde die „Swissflor“ eingeführt. Die erste
fand 1970 in Zürich statt. Dieser Anlass geriet insofern zur Überraschung,
als nach den zwei männlichen Gewinnern des Europa- und Interflora-Weltcups
mit der Bielerin Therese Gruber erstmals eine Frau siegte (sie
wurde später auch die erste wirkliche Weltmeisterin).
Übrigens:
Man erzählt sich, dass die Floristen am Tag nach dem Wettkampf
fast der Schlag traf, als sie ihre Arbeiten für die nachfolgende
Ausstellung auf Vordermann bringen wollten. Grund? Eine der Arbeiten
hatte „Lokalkolorit“ aufweisen müssen, und deshalb hatten die
meisten Floristen Essbares aus der Region (also Basler-Läckerli,
Butterzopf, Pralinen usw.) in die Blumen eingearbeitet. Leider
gab es in der damaligen Züspa-Halle Mäuse ... und die haben über
Nacht fast alles vertilgt!
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